Einmal Winter und zurück

Über Ostern waren wir von unseren Freunden Merethe und Audun aus Oslo eingeladen, die freien Tage mit ihnen zusammen in deren Hütte auf der Hardangervidda zu verbringen.

Hardangervidda: Schnee satt

Hardangervidda: Schnee satt

Die Hütte liegt an der Ostseite der Hardangervidda, etwa 50 km südlich von Geilo. Dadurch hatten wir eine etwas längere Anfahrt zu bewerkstelligen — für die rund 400 km brauchten wir norwegentypische sieben Stunden. Die Hütte liegt auf ca. 1100 m Höhe, so dass dort natürlich noch tiefwinterliche Bedingungen herrschten, zumindest was die Schneeverhältnisse anbelangt — dementsprechend hatten wir unsere Langlaufskier dabei.

Wir sind zwar nicht viel auf Skiern unterwegs gewesen, aber man muss schon sagen, dass wir bergab und in Kurven (oder wenn fieserweise beides zusammenfällt) schon unsere Schwierigkeiten haben, uns auf den Beinen zu halten. Oftmals haben wir die Skier lieber abgeschnallt, unter den Arm genommen und sind zu Fuß weitergegangen. Glücklicherweise ist die fünfjährige Tochter von Merethe und Audun auch noch nicht so ganz sicher auf den Brettern … Aber zu unserem Lieblingselement werden Schnee und Eis wohl nicht mehr werden.

Würstchengaren am Lagerfeuer

Würstchengaren am Lagerfeuer

Merethe und Audun haben uns das volle Osterprogramm geboten, mit Skitour, Würstchengrillen überm Lagerfeuer und abendlichem hyttekos mit gutem Essen, Wein und Bier.

Am Ostersonntag machten wir uns auf den Rückweg nach Stavanger. Es sollte eine etwas längere Reise werden, als ursprünglich geplant. Nach rund zwei Stunden Fahrt ging nämlich erst einmal nichts mehr — die Straße über die Hardangervidda, der Riksvei 7, war für den normalen Durchgangsverkehr gesperrt. Kolonnekjøring wurde auf den Verkehrsschildern angezeigt. Verkehrshinweise im Radio gaben dann die Gewissheit: Wir mussten sechs Stunden warten, ehe es weiter gehen sollte.

Nach kurzer Überlegung beschlossen wir, die Hardangervidda südlich zu umfahren. Das bedeutete, dass wir zunächst zum Ausgangspunkt unserer Rückreise mussten, dann weiter über Kongsberg auf die E134, die uns rüber zur Westküste führen sollte. Dabei mussten wir zwar über das prinzipiell ebenfalls von Kolonnekjøring bedrohte Haukelifjell, doch dort war der Weg frei, wenn auch teilweise schweineglatt.

Letzten Endes waren wir nachts um 0.15 Uhr zu Hause — 12 Stunden Schaukelei über 700 km norwegischer Landstraßen lagen hinter uns, und so fühlten wir uns auch :-) (hier gibt’s die Karte dazu).

Vergänglicher Ruhm

Wer kennt das nicht — die Zeitung vom Morgen wird ehrfurchtsvoll vom Briefkasten zum Frühstückstisch getragen, und sodann werden die Neuigkeiten eifrig verschlungen.

Doch schon einen halben Taq später ist eben jene Zeitung kaum noch das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurde — so vergänglich ist gerade dieses alte Medium.

Ähnliches gilt auch für die populäre Musik. Eben noch ein Gassenhauer, alsbald verkommen zum Straßenkehrer: Der noch vor knapp einem Jahr hoch gefeierte Alexander Rybak, der mit seinem Eurovision-Song-Contest-Erfolg „Fairytale” europaweit Chartlisten stürmte, Konzerthallen füllte und Mädchenherzen eroberte, taugt hierzulande nur noch als Rausschmeißermusik. So haben wir es gerade erleben müssen im Nåløyet — aber: Alle rauszuschmeißenden Gäste konnten den Text noch …

Für alle, wo nicht wissen, wo’s drum geht:

Zugunglück in Oslo

Bei einem Zugunglück in Oslo sind heute Nachmittag mehrere Menschen getötet bzw. verletzt worden. Bisher sind drei Todesopfer und vier Verletzte zu beklagen.

Aus bisher ungeklärter Ursache haben sich auf einem Güterbahnhof 16 Waggons in Bewegung gesetzt; die führerlosen Waggons legten eine abschüssige Strecke von ca. 8 km zurück, ehe sie im Hafen von Oslo bei hoher Geschwindigkeit entgleisten, ein Büro- und Lagergebäude durchschlugen und teilweise in den Oslofjord stürzten. Der Höhenunterschied zwischen dem Güterbahnhof und der Unglücksstelle betrug ca. 100 m; die rund 30 Tonnen schweren Güterwaggons erreichten auf ihrer unkontrollierten Fahrt eine Geschwindigkeit von etwa 100 km/h.

Die Zugleitstelle versuchte verzweifelt, den Zug unterwegs durch gezieltes Entgleisen an einer Weiche zu stoppen, was aber nicht gelang. Glücklicherweise konnten die Waggons in den Hafen umgeleitet werden, so dass sie nicht in den Kopfbahnhof Oslos gelangten.

Ein mit Google Earth erstelltes Video bei Aftenposten online zeigt den Verlauf der Unglücksfahrt. Auch bei Spiegel online gibt es einen Artikel.

Stavanger rückt (etwas) näher

In einer Pressemeldung der Reederei Fjordline, die die Fährverbindung Bergen-Stavanger-Hirtshals betreibt, heißt es heute, dass ab 2012 zwei neue Fähren eingesetzt werden. Damit wird es dann tägliche Verbindungen zwischen der norwegischen Westküste und Dänemark geben.

Die beiden Schiffe werden auf der Werft „Bergen Group Fosen” gebaut und sollen im März bzw. Oktober 2012 geliefert werden. Zur Zeit fährt die 1993 erbaute MS Bergensfjord die Strecke Bergen-Stavanger-Hirtshals; dieses Schiff wird dann außer Dienst gestellt. Pro Woche gibt es derzeit vier Abfahrten von Stavanger nach Hirtshals.

Haus wieder komplett

Neue Latte: Kein Loch mehr überm Fenster

Neue Latte: Kein Loch mehr überm Fenster

Nach dem Sprengunglück der letzten Woche wurden die damit verbundenen Schäden an unserem Haus heute behoben. Das Dach ist repariert — zumindest hoffen wir das, da mehrere Dachpfannen, die wir noch im Keller hatten und gestern Abend für die Männer vom Bau heraus gelegt haben, nun offenbar verbaut worden sind; von unten konnten wir nicht alle Schäden ausmachen.

Auch der Gesteinsbrocken, der unsere Hauswand knapp oberhalb des Schlafzimmerfensters durchschlug, ist entfernt und das betroffene Brett ausgetauscht worden.

Nun müssen nur noch die mehr oder weniger kosmetischen „Auffälligkeiten” beseitigt werden — Dreckspritzer an der Fassade und auf der Terrasse sowie Ausbesserungen des Anstrichs.

Trotz der schnellen und für uns unproblematischen Behebung der Schäden fragen wir uns doch, ob irgendetwas geschehen wäre, wenn wir nicht zufällig über das Sprengmissgeschick im Internet gelesen und uns daraufhin an die Gemeinde und die Sprengfirma gewandt hätten. Vermutlich hätten wir uns irgendwann im Sommer über den Stein in unserer Wand gewundert — man geht ja nicht täglich ums Haus und kontrolliert Fassade und Dach …

Römische Dekadenz: Chaiselongue, PC an der Wand

Römische Dekadenz: Chaiselongue, PC an der Wand

Seit kurzem haben wir unsere Neuerwerbung im EDV-Bereich (sagt man heute noch EDV??) in Betrieb genommen: Unseren bereits im November gekauften All-in-one-PC von Aldi, der bei uns im Arbeitszimmer an der Wand hängt und primär als Bildschirm zum Filmegucken dient.

Was bisher immer noch fehlte, war die dazugehörige Chaiselongue, die vor kurzem angeliefert wurde. Nun geht es bei uns also ähnlich dekadent zu wie in den üppig ausgestatteten Wohnsälen deutscher Hartz-IV-Nutznießer!

Manchmal fragen wir uns schon, wofür wir noch unser großes Wohnzimmer benötigen …

Ansonsten haben wir — neben unseren üblichen Renovierungsarbeiten — damit begonnen, unsere auf viele Datenträger verteilten mp3-Dateien zusammenzuführen und ordnungsgemäß zu „taggen”. Ein Mammutprojekt, das wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Und es hat „rrrrums” gemacht …

In der Wand: Gruß aus dem Untergrund

In der Wand: Gruß aus dem Untergrund

Das musste ja irgendwann passieren: Seit ein paar Monaten werden in unserem Viertel Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, und da wir hier felsigen Untergrund haben, muss ab und an auch gesprengt werden. Bisher ist dabei auch alles gut gegangen — bis heute eben. Die Onlineausgabe vom Stavanger Aftenblad schrieb heute Nachmittag, dass bei einer Sprengung in der Theodor Dahls gate etwas schief gelaufen sei. Auf dem dazugehörigen Foto erkannte ich unseren Nachbarn, der sich während der Sprengung gerade draußen aufhielt. Er wohnt nur zwei Häuser weiter.

Da die Baustelle inzwischen jedoch eine ganze Ecke von unserem Haus entfernt liegt, habe ich noch so gedacht „Schwein gehabt!”

Denkste! Eine kleine Inspektion ergab, dass wir Schäden an Fassade und Dach haben. Ein Gesteinsstück steckt noch in der Wand, nur rund 20 cm über unserem Schlafzimmerfenster (also doch irgendwie Schwein gehabt …). Ein paar Dachpfannen sind auch beschädigt; wieviele, lässt sich momentan noch nicht sagen, da gerade wieder Schnee fällt. Hinzu kommen etliche kleinere Lackschäden am Haus sowie Dreckspritzer.

Aber wir haben echt Glück gehabt. Etwas näher zur Sprengstelle sieht es nicht mehr so gemütlich aus — Zäune sind umgewälzt und die Schäden an den Häusern dort viel größer. Sogar gegenüber in den Steinhäusern sind auf einmal Fenster mit Holz vernagelt, dabei liegen die knapp 100 m von der Baustelle entfernt. Wie zu lesen war, wurden alleine die aus alten Autoreifen bestehenden Matten, mit denen die Sprengstelle abgedeckt wird, 50-60 m weit geschleudert.

Zum Glück gab es reine Sachschäden; es wurde niemand verletzt.

Google war da

Während in Deutschland über „Google Street View” noch diskutiert wird, ist Norwegen auskartiert (erinnert mich irgendwie an „Während Villabajo noch schrubbt, ist Villarriba schon wieder am Feiern” — aber das ist jetzt etwas ganz anderes). Bei uns war Google offenbar an einem Mittwochmorgen (Mülltonne steht bereit); da sowohl Auto als auch Tandem noch vor dem Haus stehen, waren sie wohl recht früh unterwegs — seht selbst.

Rekordwinter

Der Schnee, der am 19. Dezember 2009 fiel, liegt immer noch — das hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Rogaland noch nicht gegeben. Die anhaltende Kälte und vor allem das ungewöhnlich trockene Wetter zeigen bereits ernsthafte Auswirkungen: Entlang der gesamten Westküste Norwegens ist der Grundwasserspiegel dramatisch gesunken. Die norwegische Wasserlauf- und Energiedirektion NVE warnt bereits vor Engpässen in der Wasserversorgung. Unterdessen läuft bei uns und in vielen anderen Häusern in der Nachbarschaft weiterhin das Wasser

Deutsche Rentner retten Hurtigruten

Hurtigruten ist die Reederei, die die „Postschiffe”, die zwischen Bergen und Kirkenes entlang der norwegischen Küste verkehren, bereedert. Laut eines Aftenposten online-Artikels wird Hurtigruten in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2001 schwarze Zahlen schreiben. Ursache dafür ist eine massive Werbekampagne, die sich vor allem an deutsche Interessenten wandte. Während sich früher im Winter 2, 3 Touristen an Bord befanden, sind die Schiffe zur Zeit ausgebucht. Dabei sind es wohl vor allem Senioren, die — auf der Jagd nach dem Polarlicht — die Schiffe bevölkern.

Wand frisch verputzt

Wand frisch verputzt


Maurer im Haus

Seit zwei Tagen wird an unserem Schornstein und der danebenliegenden Wand gearbeitet, aber so wie es aussieht, immer nur für kurze Zeit. Die bisherigen Arbeitsschritte im einzelnen:

  • 1. Tag: Anlieferung von Material und Werkzeug.
  • 2. Tag: ca. 1 qm alten Putz von der Wand geschlagen und Loch im Schornstein zugemauert.
  • 3. Tag: Wand verputzt.

Mal sehen, wie lange sich das noch ziehen wird …

Update

  • 4. & 5. Tag: Wochenende.
  • 6. Tag: Anlieferung einer zweiten Wanne und Abholung des Industriestaubsaugers.

Update

  • 7. Tag: Schornstein verputzt und Wand feingeputzt.

Es geht voran! Und das Gute ist, dass die Handwerker den ganzen Schutt und Dreck — sogar inklusive der verdreckten Kartons, die wir zum Schutz des Bodens ausgebreitet haben — mitnehmen.

Update

  • 8. Tag: Feddich!

Kulinarisches

Gestern wieder ein Arbeitsessen in einem ziemlich noblen Restaurant gehabt. Es war ja wirklich lecker und auch was für’s Auge, aber irgendwie stört es mich, wenn ich nicht mal die Hälfte der Komponenten auf meinem Teller erkenne. Insbesondere über eine Fischbeilage grüble ich immer noch nach (hätte ich doch bloß gefragt!). Erst dachte ich, es wäre ein kleiner Mozzarellakäse, aber das passte nicht, denn beim Anstechen lief das Ding aus. Ich dachte dann an ein Fischauge, bis ich auf eine mit Fischmilch (also Fisch-, nicht Frisch-) gefüllte Blase kam. Ich habe wirklich keine Ahnung, was es war. Aber da die Portionen auf den riesigen Tellern ja recht übersichtlich waren, hab ich alles bis auf’s letzte Fitzelchen aufgegessen.

Handwerkerdienste

Wir haben ohne lange Verhandlungen einem norwegischen Maurer unseren Putzauftrag erteilt. Sein Angebot war zwar deutlich teurer als das des polnischen Elektrikers und des litauischen Zimmermanns (nur 71 bzw. 37 % des Preises), aber das sichere Auftreten des Fachmanns hat uns überzeugt. Morgen früh holt er schon den Hausschlüssel ab und morgen Nachmittag oder Übermorgen geht es los …