Corona-Homeoffice [Update]

Update: Gerade wird gemeldet, dass Norwegen ab Montag alle Häfen und Flughäfen schließen und Grenzkontrollen einführen wird.

Norwegen im Ausnahmezustand, so kann man es wohl beschreiben: Seit Donnerstag, 18:00 Uhr, bis zum 26. März sind verboten/geschlossen:

  • kulturelle Veranstaltungen
  • Sportveranstaltungen; darunter fallen auch alle organisierten Formen von z.B. Training usw.
  • Bars, Kneipen, Restaurants, ausgenommen Restaurants und Kantinen, die einen Mindestabstand von einem Meter zwischen ihren Gästen gewährleisten können.
  • Fitness-Studios
  • Friseure, Hautpfleger, Masseure, Tätowierer und dergleichen
  • Schwimmbäder, Spaßbäder
  • Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Universitäten

Daneben haben auch viele andere Firmen und Behörden, vor allem die mit Publikumsverkehr, geschlossen. Darüberhinaus wird von Reisen jeglicher Art ins Ausland abgeraten. Im Ausland befindliche Norweger sind aufgefordert, so schnell wie möglich die Heimreise anzutreten, da immer mehr Länder ihre Grenzen schließen.

Das heißt für uns, dass wir seit gestern zu Hause arbeiten, da unsere Arbeitgeber geschlossen sind. Zum Glück verfügen wir über angemessene Heimarbeitsplätze – viele unserer Kollegen sitzen mit Laptop am Küchentisch. Donnerstag und Freitag habe ich damit verbracht, unseren Studenten Fernzugang zu ihren Universitäts-PCs zu gewähren. Da wir viel Software verwenden, die für die Universität lizensiert ist und nur auf Uni-Rechnern läuft, ist ein Fernzugang die einzige Möglichkeit, dass unsere Studenten auch von zu Hause aus damit arbeiten können.

In Norwegen sind überdurchschnittlich viele Menschen an COVID-19 erkrankt. Fatalerweise waren Ende Februar Winterferien, wo viele Norweger zum Skifahren nach Italien und Österreich gefahren sind. Die meisten Erstinfektionen sind auf Reisende aus diesen beiden Ländern zurückzuführen, wobei die meisten importieren Infektionen aus Österreich stammen. Stand jetzt gibt es 1035 Infizierte, was 19,5 Fälle auf 100.000 Einwohnern entspricht. Zum Vergleich:

  • Italien: 29,5
  • Südkorea: 15,7
  • Deutschland: 4,5

Eine detaillierte Übersicht über die Fälle in Norwegen bietet eine Webseite von VG, Norwegens größter Tageszeitung.

Das norwegische Gesundheitswesen geht davon aus, dass sich Norwegen auf 2,2 Millionen COVID-19-Infektionen einstellen muss, und dass die höchsten Fallzahlen für die Zeit Mai bis Oktober erwartet werden.

Man weiß ja nie: Malz hamstern
Man weiß ja nie: Malz hamstern

Normalerweise lassen wir uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen, so sind Hamsterkäufe nicht so unsere Sache. Am Donerstag sind wir aber doch noch einmal schnell zu unserem Heimbraudealer gefahren, um rund 100 kg Malz, verschiedene Sorten Bierhefe und Hopfen zu kaufen – man weiß ja nie! Gestern haben wir gleich 50 l Pils gebraut – an Bier soll es uns jedenfalls nicht mangeln!

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