Elendiges Studentenleben

Ich hatte das Studentenleben eigentlich als ganz angenehm (und feuchtfröhlich) in Erinnerung; ich habe dabei wohl verdrängt, dass einige Veranstaltungen verflixt früh anfingen. Ich konnte meine eigenen Vorlesungen bisher auf den späten Vormittag oder gar Nachmittag legen, aber nun sind wir schwer von frühaufstehenden Dozenten gebeutelt. Ich habe nämlich wieder einen Studenten im Hause, und da er nun drei Mal die Woche schon um 8 Uhr in der Uni sein muss, müssen wir ungewohnt früh aufstehen.

Nun keine Sorge – Arnold ist kein Vollzeitstudent! Ihm wurde nahegelegt, als Weiterbildungsmaßnahme einige passende Geo-Vorlesungen zu besuchen. Ich bin echt ein bisschen neidisch: Studieren bei vollem Gehalt ist echt Luxus!

Schlemmen in Stavanger

Gestern haben wir mal eine neue kulinarische Erfahrung gemacht. Mein Arbeitgeber Iris hat zum diesjährigen Sommerfest eingeladen, und das fand im „Haus der Mahlzeiten“ (Måltidets Hus) statt. Gegen ein geringes Entgelt durfte ich Arnold auch mitbringen. Und was soll ich sagen – die Teilnahme am Sommerfest hat sich wirklich gelohnt … es gab superleckeres Essen & Trinken.

Måltidets Hus beherbergt unter anderem das „Gastronomische Institut“, und fünf der dortigen Köche haben für uns wohl Norwegens bestes Buffet zubereitet. Köche, die regelmäßig an Kochmeisterschaften teilnehmen und ausschließlich frische Zutaten verwenden. Vollkommen klar, dass ich aus dem Schwärmen kaum noch herauskomme; und auch klar, dass das Buffet für Arnolds Geschmack eindeutig zu viel Kammmuscheln und zu wenig Bratkartoffeln und Würstchen enthielt 😉

Ansonsten hat das Herbstsemester begonnen und endlich ist wieder mehr Leben in der Uni. Vor allem bemerkenswert, dass nicht nur mehr Leben in der Uni ist, sondern auch vor dem Hauptgebäude! Auf dem Campus ist ein Bierzelt aufgebaut, in dem man für (relativ) wenig Geld Bier vom Fass kaufen kann. Logisch, dass wir da nach der Arbeit gerne noch mal kurz einkehren! Allerdings fallen wir wirklich auf – außer uns tauchen da eigentlich überhaupt keine Angestellten auf. Aber meine Studenten finden es cool, dass ich mich unter sie mische.

Angeheizt!

Heizt super: Ofen im Wohnzimmer

Heizt super: Ofen im Wohnzimmer

Heute haben wir zum ersten Mal unseren Ofen angeheizt. Draußen ist so richtiges Sauwetter. Es regnet, es weht und wir haben nur 14 Grad. Auch im Wohnzimmer war es nicht mehr so richtig mollig, so dass eine Entscheidung gefällt werden musste: Heizen oder Pullover anziehen? Wir haben uns für die Verlängerung der T-Shirt-Saison entschieden und ein Feuer in unserem Jøtul-Ofen entzündet. Wir waren gespannt, wie die Heizleistung aussehen würde, und waren angenehm überrascht: Schon nach kurzer Zeit strahlte der Ofen eine wohlige Wärme aus!

Da können wir uns also auf lange Winterabende vor dem Ofen, mit einem kräftigen Bier in der Hand, freuen.

Erste Party gut überstanden

... und später ging's noch rund!

... und später ging's noch rund!

Am Sonnabend haben wir die erste Party in unserem Haus gefeiert — Tania hatte ja Geburtstag. Was soll man sagen: Unser Haus hat sich voll und ganz als partytauglich erwiesen! Wir haben ausreichend Platz, und der Kühlschrank ist auch groß genug, um nebenbei den bei Feierlichkeiten üblicherweise vergrößerten Getränkebestand zu beherbergen.

Und der war wirklich nicht zu verachten. Tanias Eltern sind seit vergangenem Mittwoch zu Besuch; von ihnen hatten wir uns (unter anderem) reichlich Getränke mitbringen lassen — alles ganz legal, da der Alkohol ordnungsgemäß verzollt wurde. So konnten wir auf zwei Kisten Hemelinger Spezial, Sekt und Wein zurückgreifen, was bei unseren Gästen auch gut ankam 😉

Chaos auf Norwegen-Fähren

War das schon der erste Herbststurm, der Freitag durch Skagerrak und Südnorwegen blies? Den Temperaturen nach zu urteilen, die wir seit ein paar Tagen hier haben, scheint es so zu sein: Das Thermometer kommt nur mit Mühe über die 15-Grad-Marke, dazu gibt es jeden Tag richtig viel Regen.

Bei besserem Wetter: Colorline-Fähre in Hirtshals

Bei besserem Wetter: Colorline-Fähre in Hirtshals

Mit dem Sturm zu kämpfen hatten auch die Norwegen-Fähren von Colorline, die eigentlich zwischen Kristiansand bzw. Larvik und Hirtshals an der dänischen Nordwestküste verkehren. Im Hafen von Hirtshals hatten die Wellen eine Höhe von sechs Metern, so dass die Fähren nach Fredrikshavn an der Ostküste umdirigiert werden mussten. Die Überfahrt nach Norwegen war wegen des starken Seegangs für viele Fahrgäste laut Stavanger Aftenblad nur schwer zu ertragen. Nachdem der Vorrat an Kotztüten erschöpft war, wurde es reichlich unappetitlich an Bord …

Arbeitszimmer ist quasi fertig

Endlich wieder vernünftige Arbeitsplätze!

Endlich wieder vernünftige Arbeitsplätze!

Endlich hat unser provisorisches Arbeiten mit Notebooks ein Ende — die Rechner stehen! Obwohl die Regalsysteme aufgebaut und nahezu komplett gefüllt sind, sieht das Arbeitszimmer immer noch leer aus. Es ist so groß, dass wir in der Mitte sogar noch eine prächtige Tanzfläche übrig haben; falls uns gute Musik zum Tanzen animieren sollte, können wir unseren Gefühlen wirklich getrost freien Lauf lassen!

Nun fehlt uns nur noch ein kleines Sofa oder ein Diwan zur perfekten Ausstattung des Zimmers — natürlich mit Blick auf einen (ebenfalls noch zu kaufenden) Flatscreen an der Wand. Aber das kommt schon noch!

Endlich angegrillt!

Angrillen mit Freunden aus Deutschland

Angrillen mit Freunden aus Deutschland

Das wurde aber auch Zeit! Nachdem uns unsere Nachbarn mit appetitanregenden Grillrauchschwaden während des Sommerwetters der vergangenen Wochen terrorisiert hatten, haben wir vergangene Woche — pünktlich zum Besuch unserer Freunde aus Krusenbusch — endlich unseren Grill in unserem Kellerkartonchaos gefunden. Somit stand dem Angrillen am vergangenen Donnerstag nichts mehr im Wege — besser spät, als gar nicht!

Detlef und Andrea mit ihren Kindern Max und Emma waren während ihres 10-tägigen Norwegen-Campingurlaubs zwischen Bergen und Stavanger bei uns eingefallen. Außer einem Grillabend zählte ein Stadtbummel, ein Nachmittag am Strand mit Bad in der angenehm temperierten Nordsee sowie ein Besuch im Ölmuseum zum Besuchsprogramm.

Gestern ging es für unsere Gäste wieder zurück Richtung Heimat. Auch für uns geht der Urlaub zu Ende — ab Montag müssen wir wieder arbeiten.

Gehrungsprobleme

Stets auf Gehrung: Übergang zwischen braun und weiß

Stets auf Gehrung: Übergang zwischen braun und weiß

Das war ein Akt! Mit Gärung kennen wir uns ja halbwegs aus, aber mit der Gehrung, also dem passgerechten Zusägen von beispielsweise Holzleisten (so, dass es an allen Ecken und Kanten genau passt), hatten wir — bisher — nur Erfahrung durch das Anfertigen von Fußleisten.

Nun haben wir ein Zimmer, wo eine Leiste zunächst vertikal in einer Raumecke verläuft, dann an der Decke horizontal weitergeführt wird und an dieser noch einmal um die Ecke geht. Weiter geht es ein Stück die Dachschräge (Winkel: 140°) herunter und am Ende wieder lotrecht bis zum Boden.

Hört sich kompliziert an, ist es aber auch! Mit der geliehenen Kapp- und Gehrungssäge meines Vaters sollte das dennoch kein Problem sein. Der erste Winkel war auch schnell gesägt und die Leisten an der Wand. Der nächste wollte aber par tout nicht gelingen! Es war der 90-Grad-Winkel an der Decke, der irgendwie schräg aussah. Erst eine Recherche im Internet führte zum passenden Ergebnis. Der Trick: Die Seite der Leiste, die an der Decke landen soll, muss beim Sägen auf dem Boden (der Säge) liegen.

Doch das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten: Wie säge ich Leisten auf Gehrung, die in einem Winkel von 140° zueinander stehen? Normal gilt: Man sägt mit dem halben Winkel, hier also 70°. Aber wie säge ich einen Winkel von 70°, wenn die Säge sich nur um 45° verstellen lässt?

Auch hier fanden wir die Antwort im Internet (zeigt die Gehrungssäge bei rechtem Winkel 0°, so sägt man in diesem Fall mit einem Winkel von 20°).

Lange Rede, kurzer Sinn, die Leisten sind an der Wand, und wir haben wieder einiges dazu gelernt!