Frühling?

Es sieht so aus, als sei der Winter vorbei, soweit man denn von Winter sprechen kann: Während der Monate Dezember, Januar und Februar gab es ganze drei Tage, an denen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt lagen. Im Februar war es dank südlicher Winde sehr mild mit Temperaturen bis 11,7 °C — dementsprechend sieht es im Garten aus: Unsere Hecke wird langsam grün, sämtliche Pflanzen treiben aus. Wir können uns nicht daran erinnern, in Norwegen einen derart frühen Frühlingseinbruch erlebt zu haben!

Zum Glück sind wir gut darauf vorbereitet: Während der vergangenen Wochen haben wir u.a. drei helle Sommerbiere gebraut, ein belgisches Wit, ein Weizen und gestern gerade ein belgisches Blonde.

Hoch die Tassen: Tanias Kollegen

Hoch die Tassen: Tanias Kollegen

Apropos Bier: Letzte Woche fielen wieder 15 durstige Kollegen von Tania zum lønningspils bei uns ein. Lønningspils, wörtlich übersetzt „Gehaltspils”, ist das monatlich wiederkehrende Ritual, sich mit Kollegen darüber zu freuen, dass man wieder Gehalt bekommen hat. Normalerweise freut man sich natürlich in Kneipen, aber Tanias Kollegen kommen 1-2 Mal im Jahr auch gerne bei uns vorbei. Das Bier ist gut, billig, und es gibt keine Sperrstunde 😉 Nachdem der letzte Gast am Sonnabendmorgen gegangen war, genehmigten wir uns noch ein letztes Bier und legten uns um halb sieben schlafen… Dabei waren wir eigentlich gar nicht so glücklich darüber, schon am vergangenen Wochenende Biertrinker im Haus zu haben, weil wir nicht so ganz zufrieden mit der Qualität unserer Biere waren. Diese Ansicht teilten Tanias Kollegen offensichtlich nicht — vielleicht sind wir einfach nur „Bier-Snobs”.

Auf in das Land, wo Milch und Honig fließen?

Weser-Kurier - Ruhestörung

Weser-Kurier – Ruhestörung

Aus Bremen erreichte uns dieser Tage ein kleiner Artikel aus der Reihe „Ruhestörung” des Weser-Kuriers, in dem es um die Finanznot Bremens und den fast unermesslichen Reichtum Norwegens ging. In Anbetracht der finanziellen Herausforderungen und den daraus resultierenden Folgen — z.B. Schließung des Unibades — wird in dem Artikel vorgeschlagen, Bremen möge sich doch aus der Bundesrepublik herauslösen und dem Königreich Norwegen anschließen. Die rund 20 Milliarden Euro Schulden, die Bremen bisher angehäuft hat, ließen sich ja bequem mit Mitteln aus dem norwegischen Finanzfond, dessen Größe zur Zeit bei rund 606 Milliarden Euro liegt, begleichen, und alles ist wieder gut!

Diesen Vorschlag können wir natürlich nicht unkommentiert lassen.

Zunächst einmal: Den norwegischen Kommunen geht es finanziell auch nicht gerade gut. Vergangene Woche beispielsweise konnten wir im Stavanger Aftenblad lesen, wie verheerend die Zustände an einer Schule in Sandnes, Stavangers Nachbarstadt, sind: Dort fallen in Umkleideräumen die Kacheln von der Wand, Schimmel bildet sich an den Wänden usw. — Folgen fehlender Instandhaltung. Andererseits: Wenn ich mir die Straßen in Stavanger ansehe, dann sind die schon in sehr gutem Zustand, ganz anders als so mache Straße in Bremen, die ohne weitere Änderungen Mercedes als Teststrecke für zukünftige Geländewagen dienen könnte.

Die Wümme - bald EU-Außengrenze?

Die Wümme – bald EU-Außengrenze?

Gut, dann spinnen wir den Gedanken doch mal weiter — was wäre, wenn Bremen wirklich norwegisch würde? Was hätte das für konkrete Folgen für die Bevölkerung, mal abgesehen vom Schuldenerlass?

Fangen wir mit den positiven Dingen an. Als Teilnehmer der norwegischen Eliteserie würde Werder endlich wieder international spielen! Als sicherer norwegischer Meister muss die Mannschaft allerdings erst durch ein paar Qualifikationsrunden, um sich für die Champions League zu qualifizieren, aber falls das nicht klappt, winkt immerhin die Europa-League, das ist doch schon mal was. Mit seinen 550.000 Einwohnern wäre Bremen ganz klar die zweitgrößte Stadt des Landes, knapp hinter der Hauptstadt Oslo (632.000). Damit hätte man bevölkerungsmäßig Hamburg endlich überholt, das ja nur mit einem ziemlichen Abstand auf Berlin zweitgrößte Stadt ist. Täte man sich wie einst zu Zeiten der Hanse mit Bergen zusammen, würde die Region Bremen-Bergen ein willkommenes Gegengewicht zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Übermacht der Osloregion in Norwegen bilden. Und noch etwas: Die Rest-Bundesrepublik würde sicherlich darauf bestehen, Bremerhaven aus wirtschaftlich-strategischen Gründen zu behalten (und es sogleich in Wesermünde umzubenennen). Damit wäre Bremen die undankbaren und widerborstigen Brüder im Norden auch los. Mit Einführung des norwegischen Systems bei Steuern und Sozialabgaben dürften die meisten Menschen in Bremen „mehr Netto von Brutto” haben — wer hätte gedacht, dass der Wunschtraum einer wirtschaftsliberalistischen Splittergruppe durch die sozialdemokratisch geprägte Politik Skandinaviens in Erfüllung ginge? Ja, das Ganze klingt wirklich nicht so schlecht!

Kristiansand - Bald Nachbarn Bremens?

Bald Nachbarn Bremens? Straßenzug in Kristiansand

Aber es gibt auch ein paar Schattenseiten. Nehmen wir einmal den Gesundheitssektor. Grundsätzlich gilt: Die Kosten, die für die Behandlung bei Ärzten und in Krankenhäusern anfallen, übernimmt der Staat. Nur, irgendjemand hat sich einfallen lassen, dass beispielsweise die Zähne nicht zum Körper gehören. Wie anders ist zu erklären, dass zahnärztliche Behandlungen komplett selbst zu bezahlen sind? Ähnliches gilt bei Sehhilfen, auch die finanziert der Norweger aus eigener Tasche. Hat man eine Krankheit, die zwar nicht lebensbedrohlich ist, aber dennoch eine Behandlung bei einem Spezialisten erfordert, wird man in der Regel ins nächste Krankenhaus überwiesen. Für die meisten Spezialisten gibt es lange Wartezeiten; so kann es schon mal ein paar Wochen dauern, ehe man einen Behandlungstermin bekommt. Ergo: Wer es sich leisten kann, geht eben in die Privatklinik. Abgesehen davon gibt es eine Gebühr, die bei jedem Besuch der öffentlichen Ärzte und Krankenhäuser fällig wird — z.Zt. liegt diese bei ca. 16 Euro (bei einer jährlichen Obergrenze von ca. 130 Euro).

In Norwegen arbeitet man bis zum Erreichen des 70. Lebensjahres. Es mehren sich aber die Stimmen, die „mehr Flexibilität” fordern, inzwischen steht des Öfteren die Zahl 75 im Raum. Dabei muss man bedenken: In Norwegen herrscht im Prinzip Arbeitskräftemangel; die Arbeitslosigkeit liegt bei 3,3 %. Insofern ist es sinnvoll — zumindest in Branchen mit akutem Mangel an Arbeitskräften — die Arbeitnehmer so lange wie möglich am Arbeitsplatz zu halten.

Kohlfahrt - in Zukunft alkoholfrei?

Kohlfahrt – in Zukunft alkoholfrei?

Teurer wird es auch für Autofahrer. Jeder, der schon einmal in Norwegen war, kennt die vielen Strecken, für die Mautgebühren fällig sind. Jede Stadt, die etwas auf sich hält, hat einen Mautring, d.h. jede Fahrt in die Stadt kostet Geld. Da sich Bremen locker mit Oslo messen kann (s.o.), würden für Bremen (wie in der Hauptstadt) gleich zwei Mautringe in Frage kommen. Ein äußerer Ring würde an der Landesgrenze, gleich hinter den Zollstationen, beginnen, so dass alle Autos, die auf der A1 (die dann übrigens E37 heißt) und der E234 (ehemals A27) Bremer Gebiet passieren, mit € 3,50 zur Kasse gebeten würden. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Straßen, die von Niedersachsen nach Norwegen führen. Ein zweiter Mautring (wieder € 3,50) würde das allerinnerste Zentrum umschließen. Geschickterweise legt man den so, dass die meisten Pendler davon betroffen sind, d.h. von Sebaldsbrück im Osten (Mercedes!) bis nach Gröpelingen im Westen (Häfen, Stahlwerke!). Für Bremen-Nord findet sich sicherlich auch noch eine Lösung. Für aufwändige Straßenprojekte bezahlt man natürlich extra, z.B. für den Wesertunnel. Die Gebühren richten sich dann nach den Baukosten, dem voraussichtlichen Verkehrsaufkommen und der geplanten Abtragszeit.

Müssen wir noch über Alkohol reden? Klar, schließlich müssen die Bremer wissen, woran sie sind, wenn sie irgendwann in der Zukunft über den Beitritt zum Königreich abstimmen müssen.

Zwei Halbe? Macht zwanzig Euro!

Zwei Halbe? Macht zwanzig Euro!

Die Preise werden stark ansteigen — zehn Euro für einen halben Liter Pils in der Gastronomie sind normal. Wein und Spirituosen wird es nur in den Monopolläden geben, die Flasche Wein ab zehn Euro, Schnaps ab ca. € 40. Hinzu kommt: Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten! Also Schluss mit lustig, z.B. auf dem Freimarkt oder gar auf Kohl- und Pinkelfahrten. Wer erwischt wird, zahlt ca. 120 Euro in die Staatskasse.

Und wo wir geraden bei den LUSTigen Dingen des Lebens sind: Der Erwerb sexueller Dienstleistungen ist verboten, die Helenenstraße wird umgewidmet zu einem Seniorenwohnpark.

Und es kommt noch schlimmer: Die reichen Volksgenossen aus dem Norden würden sich die relativ günstigen Immobilien in Bremen unter den Nagel reißen, was zu einem weiteren Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt führte. Und damit Bremen nicht zu mächtig wird, würde in Oslo vermutlich entschieden werden, Bremen wegen der räumlichen Nähe zu Norwegens Südwesten der Provinz Vest-Agder zuzuschlagen; verwaltet würde die einstmals stolze und freie Hansestadt von Kristiansand (86.000 Einwohner) aus.

Aber so weit muss es ja nicht kommen. Vermutlich wird Bremen eine Art norwegische Freihandelszone. Löhne und Preise sind in Bremen viel niedriger als im übrigen Norwegen, so dass sich das rechnen könnte. Mit dem norwegischen Lohnniveau müssten sowieso sämtliche exportorientierten Industriebetriebe schließen, da sie — wie übrigens die meisten norwegischen Industrieunternehmen — international nicht mehr konkurrenzfähig wären.

Aber, was wäre die Folge? An jedem Wochenende würde Ryanair Horden norwegischer Möchtegernwikinger nach Bremen bringen, die dort ordentlich die Sau raus lassen und sich die Kante geben.

Bremen wäre dann wohl eine Mischung aus ein bisschen Las Vegas … und ganz viel „Fuselfelsen”!

Craft beer meets Germany!

Laut eines Artikels bei Speigel online geht es nun richtig los mit dem Brauen von „Handwerksbier” in Deutschland, oder zumindest in Berlin. Dort scheint es inzwischen mehrere Mikro- bzw. Gasthausbrauereien zu geben, die für Deutschland ungewöhnliche Biere jenseits von Pils & Weizenbier brauen. Somit ist Berlin tatsächlich mal eine Reise wert …

Und auch der Heimbrauvirus greift weiter um sich — Oliver und Anja, die sich inzwischen in Kirchweyhe niedergelassen haben, haben es in diesem Jahr auf bisher zehn Sude gebracht!

Unser letztes Bier haben wir am vergangenen Wochenende gebraut, eines unserer Standardbiere, ein American Pale Ale, gehopft mit Hopfen aus den USA, Neuseeland und Australien. Im Moment haben wir drei Sude im Gärzimmer; eines davon ist das vor gut zwei Wochen im Cardinal gebraute Bier, das wir dort im Rahmen unseres Heimbrauerkurs gebraut haben.

Gestern haben wir uns nachmittags mit einem Thema beschäftigt, das neben dem eigentlichen Brauen am meisten Zeit verschlingt: Saubermachen. Acht leere Bierfässer hatten sich über die Zeit angesammelt und mussten gereinigt werden. Je Fass sind das drei Spülgänge: Grobreinigung mit Wasser und ggf. Bürste, danach Reinigung mit einem alkalischen Waschmittel, das organische Reste und Beläge entfernt, und schließlich Desinfektion mit einem Phosphorsäure-basierten Desinfektionsmittel. Eigentlich sahen die Fässer schon nach der Wasserreinigung sauber aus; dass sie es nicht waren, zeigte am Ende des Tages die Färbung der Waschmittellösung: Zu Beginn war diese noch farblos, nach dem achten Fass jedoch so dunkel wie ein Oktoberfestbier.

Während ich mich mit den Fässern beschäftigte, hat Tania das Abfüllen des Cardinal-Bieres vorbereitet. Dafür haben wir vom Cardinal einen Haufen leere Bierflaschen bekommen, welche dort bereits gespült worden waren. Tania wollte nur noch die Etiketten entfernen. Für die rund zwanzig Liter Bier würden rein rechnerisch vierzig Halbliterflaschen reichen. Tom, Chef vom Cardinal, hat uns aber gleich 128 überlassen. Er dachte vermutlich, er täte uns einen Gefallen, denn viele Heimbrauer greifen im Cardinal gerne leere Bierflaschen ab. Aber eigentlich sind wir diesbezüglich bestens ausgestattet, wir brauchen die zusätzlichen Flaschen nur für das Cardinal-Bier, denn das wird dort wieder abgeliefert wenn es fertig ist. Nun gut, so haben wir für die kommenden Heimbraukurse (sofern es welche geben wird) genügend Leergut!

Den Sturm vom letzten Donnerstag und Freitag haben wir ohne Schäden überstanden. Das hat schon ganz schön gekachelt! Es weht ja recht oft bei uns, Tania meinte aber, dass sie in Stavanger so viel Wind noch nicht erlebt hätte. Nach dem Sturm kam dann der Schnee — zwanzig Zentimeter lagen Sonnabend plötzlich vor der Tür. Da haben wir ihn aber auch liegen lassen, gestern gab es Tauwetter, Regen und viel Wind, da war der Schnee fast so schnell wieder weg, wie er gekommen war.

Bierreicher Herbst

Hier war es ja recht ruhig in letzter Zeit, was daran liegt, dass wir in den vergangenen Wochen recht viel um die Ohren hatten. Und wenn ich mich richtig erinnere, hatte alles mit Bier zu tun — herrlich!

Wallfahrt zum Cardinal: Tania mit unseren Freunden aus Fredrikstad

Wallfahrt zum Cardinal: Tania mit unseren Freunden aus Fredrikstad

Am Wochenende 18. bis 20. Oktober hatten wir wieder Besuch aus Fredrikstad. Unsere Freunde Anne, Frode und Morten kamen vorbei, um in Stavanger mal ordentlich ordentliche Biere zu trinken. Vor allem Morten war gespannt darauf, endlich ins Cardinal zu kommen, er kannte den Laden bisher nur vom Hörensagen. Der Arme war ja fast zu Tränen gerührt ob der großen Auswahl guter Biere. Am Sonnabend ging es per Zug ins rund 40 km südlich von Stavanger gelegene Nærbø, zum dortigen Bierfestival, das alle zwei Jahre stattfindet. Das vom örtlichen Bierclub veranstaltete Festival ist eines der besten in Norwegen, und mehrere Brauereien haben auf diesem Festival Neuheiten präsentiert. Insgesamt konnte man von ca. 190 verschiedenen Bieren Geschmacksproben à 0,1 l bekommen — so viele haben selbst wir nicht geschafft!

Bierprobierer: Bierfestival in Nærbø

Bierprobierer: Bierfestival in Nærbø

Eine Woche später hatten wir rund 10 von meinen Kollegen zur Bierprobe bei uns im Haus. Viele waren doch positiv überrascht alleine über die geschmackliche Bandbreite unserer Biere (auch wenn sich mancher heute nicht mehr dran erinnern kann). Für uns ist immer wieder überraschend, dass unsere extremsten Biere gerade denen besonders gut schmecken, von denen man es am wenigsten erwartet hätte.

Nach so viel biertrinkendem Besuch musste aber auch mal wieder gebraut werden! Wurde natürlich auch — der 20. Sud steht im Gärzimmer und gärt, ein paar weitere sollen in diesem Jahr noch folgen.

Aufgestellt: Weihnachtsbiere 2013

Aufgestellt: Weihnachtsbiere 2013

Das Bierereignis des Jahres fand vor knapp zwei Wochen im Cardinal statt — das alljährliche juleølsmaking, das Weihnachtsbierprobieren also. Die Tickets dafür sind heißbegehrt. Für einen Pauschalpreis von 500 kr (ca. 61 €) gibt es typisch norwegisches Weihnachtsessen und dazu Geschmacksproben von in diesem Jahr 90 verschiedenen Weihnachtsbieren aus dem In- und Ausland. Entsprechend dauerte es gerade einmal 90 Sekunden, bis die Tickets ausverkauft waren. Am Ende hatten wir beide mehr als dreißig verschiedene Biere probiert.

Und der nächste „Bierevent” steht unmittelbar bevor: Am kommenden Sonntag werden wir zum dritten Mal einen Heimbrauerkurs im Cardinal geben. Wie auch bei den vorherigen Malen wird dabei im Cardinal gebraut. Wir sind gespannt, was dieses Mal wieder schief gehen wird!

Mmmmmmm

Muss ich ja ausnutzen, dass Arnold mal verreist ist … Es gibt gebratene Lammleber mit Salbeizwiebeln, sautiertem Spinat und Semmelknödeln. Wenn ich jetzt noch Eierlikör hätte, würde ich alles abdecken, was er wirklich überhaupt nicht mag 😉

P.S. Ist übrigens echt superlecker geworden.

Wie macht der Fuchs denn?

Norwegen ist ein Land, das viele Geheimnisse birgt. Hier gibt es Wölfe, Bären, Trolle, Vielfraße, Elche, Blockhütten und vieles anderes mehr. Und aber auch: Reineke Fuchs. Wissenschaftler, und das weiß ich aus erster Hand, haben bereits viele rätselhafte Dinge dieser Welt erklären können. Dennoch gibt es nur wenige Gelehrte, die sich mit der Sprache der Füchse auseinandergesetzt haben. Jedes Kind weiß: Die Kuh macht „muh“. Aber — wie macht der Fuchs?

Nun, Norwegen ist ein sehr, sehr reiches Land. Und da verwundert es nicht weiter, dass es gerade hierzulande forsche Forscher gibt, die sich mal so richtig auf die Pirsch begeben haben, um eines der letzten Rätsel dieser Welt zu enträtseln. Hier ist das Ergebnis:

UPDATE
„The Fox“ von Ylvis ist übrigens extrem populär in den USA – sie sind in den Billboard Hot 100 auf Platz 8 und haben mit dieser Platzierung A-ha als erfolgreichste norwegische Musiker vom Thron gestoßen. Ylvis sind zwei norwegische Brüder, die im Privatfernsehen eine eigene Show haben. Da wir kein Privatfernsehen gucken, kannten wir sie bisher nicht; aber inzwischen haben wir einige Sachen auf Youtube geguckt und finden sie wirklich genial.

Schaugebraut

Am Wochenende haben wir wieder unsere Brauerei ins Auto gepackt und sind mal so richtig raus auf’s Land gefahren, um dort schauzubrauen. Genauer gesagt ging es nach Åmot (Kvinesdal), das ca. 150 km südöstlich von Stavanger liegt, zum „Mat & Øl-festival” (Essens- und Bierfestival).

Alles klar: Wo bleiben die Trinker?

Alles klar: Wo bleiben die Trinker?

Die Veranstalter des Festes haben wir im letzten Jahr beim Schaubrauen in Bryne kennengelernt. Eigentlich sind das Schweinebauern, die aber — neben der Schweinezucht — auf allen möglichen Volks- und Stadtfesten selbst hergestellte Würste, Burger und dergleichen grillen und verkaufen. Und die Schweine, die bei denen gezüchtet werden, sind keine „normalen” Schweine, sondern sie stammen von einer alten, seltenen Rasse. Die Tiere werden das ganze Jahr über draußen gehalten, im Wald und auf dem Hausberg — keine Massentierhaltung also.

Die Schweinebauern haben sich mit den ortsansässigen Heimbrauern zusammengetan, um ein kleines Essens- und Bierfest zu veranstalten. Die Heimbrauer verteilten dazu Geschmacksproben von verschiedenen selbstgebrauten Bieren. Außer uns war dann noch einer von Norwegens Bierzutatendealern da, der zwei von seinen Heimbrauereien ausstellte. Abgesehen davon sollte er Braukurse für Interessenten anbieten. Wir waren in erster Linie zum Schaubrauen gekommen, also Bierbrauen in der Öffentlichkeit und der Möglichkeit für den geneigten Besucher, beim Brauen zuzuschauen und eventuell Fragen zu stellen. Aber ein Fass Bier hatten wir auch dabei, so dass auch wir etwas geben konnten.

Keiner da an der Bar außer Tania

Keiner da an der Bar außer Tania

So weit so gut. Problem war nur: Es kam so gut wie niemand, traurig, aber wahr. Am Freitagabend waren wir mit unseren Schweinebauern und den Heimbrauern quasi unter uns. Was nicht wirklich schlimm war, abgesehen von den Kopfschmerzen am nächsten Tag. Aber am Sonnabend war dann noch weniger los, was vielleicht auch am schlechten Wetter lag. Eigentlich sollte es ein volles Familienprogramm geben, mit echten Tieren zum Anfassen, Reiten auf’m Pferd und Brotbacken im Steinofen für die lieben Kleinen, Seminar zum Thema Bier & Essen und Bierbraukurs für die Großen und dazu jede Menge zu essen vom Schwein was sich dreht über’m Feuer. Aber das mit den Tieren fiel quasi ins Wasser, sowohl das mit den lebendigen als auch das mit dem was schon tot war, und die wo das Brot mit den Kindern backen sollte hatte Migräne (jo, kenn‘ ich — hatten wir auch!) und die Heimbrauerkurse fanden mangels Masse nicht statt. Das heißt — doch: Der Bierzutatendealer hat doch glatt eine Brauerei verkaufen können, und für diesen einen Kunden hat er eine kleine Einweisung in die Kunst des Heimbrauens gegeben. Für den Abend waren noch zwei Bluesbands engagiert worden, die im eigens dafür aufgestellten Festzelt spielten. Tatsächlich kamen abends ein paar Leutchen, aber längst nicht ausreichend. Der Abend brachte insgesamt gerade einmal so viele Einnahmen, dass eine Band davon bezahlt werden konnte.

Riecht gut: Kochende Bierwürze

Riecht gut: Kochende Bierwürze

Wir spulten dennoch unser Programm ab, schließlich waren wir zum Brauen gekommen! Fünfzig Liter Stoutwürze haben wir wieder mit nach Hause genommen. Aber unser Fass Heimgebrautes, das wir zum Ausschenken dabei hatten, ist noch halb voll — ein eindeutiges Zeichen dafür, dass dort nicht viel los war! Oder war unser Bier so schlecht? Nee, war es nicht. Wir hatten ein Altbier dabei, das allerdings rund 6 % Alkohol hatte (so ‚was kommt immer gut an) und für den Bierstil zu bitter war. Dennoch war es besser als einige Biere der anderen Heimbrauer.

Tja, woran lag’s? Unserer Meinung nach war das Ganze etwas schlecht organisiert — viele der angebotenen Kurse usw. kosteten Geld, und es war auf den Plakaten nicht ganz ersichtlich, was wie viel kostete und was kostenlos war. Das könnte einige Besucher abgeschreckt haben. Nun gut, vielleicht wird es nächstes Mal besser.

„Mein” PC-Labor in der Zeitung

Eröffnet: Neues PC-Labor (Screenshot Stavanger Aftenblad)

Eröffnet: Neues PC-Labor (Screenshot Stavanger Aftenblad)

Stavanger Aftenblad hat heute einen Artikel über die offizielle Eröffnung eines von mir konzipierten PC-Labors an der Universität veröffentlicht. Während der vergangenen neun Monate war ich viel damit beschäftigt, einen bisher als Lagerraum für alte Büromöbel genutzten Schutzraum in ein modernes PC-Labor verwandeln zu lassen. Das neue Labor bietet Platz für maximal 46 Studenten und ist mit 24 PC-Workstations ausgerüstet. Hier ist die deutsche Übersetzung des Artikels.

Kulinarische Sommererlebnisse

Bayerische Bierstudie

Bayerische Bierstudie

In erster Linie machten wir uns im diesjährigen Urlaub ja bekanntermaßen auf die Suche nach spezielleren Bieren in Deutschland. Wir haben die verkosteten Biere nicht notiert (bei ca. 150 verschiedenen Sorten war uns das zu viel Aufwand), aber die „besseren“ Biere – diejenigen, die wir mit gutem Gewissen weiterempfehlen können – haben wir festgehalten; außerdem haben wir unsere persönlichen Top 3 gekürt.

Top 3:

  1. Riedenburger Brauhaus: Dolden Sud, welches wir im Alten Mädchen in Hamburg trinken konnten,
  2. Camba Bavaria: Oak Aged Doppelbock Bourbon, von dem wir eine in der Brauerei gekaufte Flasche zu Hause tranken (0,75 l für ganze 20 €),
  3. Camba Bavaria: Camba IPA, das wir vom Fass in der Gasthausbrauerei bekamen.
Riedenburger Dolden Sud im Alten Mädchen, Hamburg

Riedenburger Dolden Sud im Alten Mädchen, Hamburg

Weitere empfehlenswerte Biere (alphabetisch):

Austern bei Gladmat

Austern bei Gladmat


Essen
Es gab natürlich auch ein wenig feste Nahrung im Urlaub. Neben den üblichen bayerischen Spezialitäten, wie Schweinshaxn, Obatzter und Brezn, gab es vor allem bei Gladmat in Stavanger einen Haufen für uns neuer Gerichte. Wie immer aßen wir irre leckere Würstchen und Burger beim Stand von Bekkereinan – die uns übrigens für September zu einem Festival, bei dem wir Schaubrauen sollen, ins Kvinesdal eingeladen haben. Und dann hat Arnold auch einen Hirschburger gegessen – für den er etwa eine halbe Stunde Schlange stehen musste. Dafür war das aber auch einer der schlechtesten Burger aller Zeiten. Und wie ebenfalls jedes Jahr waren wir die wahrscheinlich besten Kunden am Matjesstand. Etwas wirklich Neues für uns war das Schlürfen von Austern. Wir fühlten uns etwas dekadent, und hofften, dass uns keiner unser Biertrinkerkumpels inmitten der Schampusgesellschaft sieht, aber uns hat’s geschmeckt 😉
Arnold lässt sich Ostreidae schmecken

Arnold lässt sich Ostreidae schmecken