Rasante Überfahrt

Mit 60 km/h über das Skagerrak: Fjord Cat

Mit 60 km/h über das Skagerrak: Fjord Cat

Am vergangenen Wochenende waren wir zu einem (Habel’schen) Familientreffen in Dänemark. Wir hatten dort für ein verlängertes Wochenende ein Ferienhaus in der Nähe von Frederikshavn gemietet, in der Mitte zwischen Stavanger und Bremen quasi.

Dennoch hatten wir eine rund 8-stündige Anreise zu bewältigen, obwohl wir für die Überfahrt nach Dänemark die wohl schnellste Fähre der Welt benutzten: Die Katamaranfähre Fjord Cat, die seit 1998 das Blaue Band für die schnellste Überquerung des Atlantiks hält.

Die Fähre ist im Vergleich zu den SuperSpeed-Fähren von Color Line relativ klein, weswegen es im Autodeck sehr eng zugeht. Hat man ein etwas größeres Auto oder fährt man etwas ungeschickt, kommt man bei der Ein- oder Ausfahrt nicht um Rangiermanöver herum.

Während der Hinreise hatten wir, vor allem zu Beginn der Überfahrt, leichten Seegang. Der Kapitän sprach in seiner Durchsage von ca. 1,5 m Wellenhöhe, was wohl auch in etwa hinkam. Da eine Katamaranfähre nicht besonders tief im Wasser liegt, merkt man diese Wellen aber recht deutlich. Dementsprechend dauerte es nicht lange, bis sich viele Passagiere davon beeindrucken ließen — bereits nach kurzer Zeit lag ein säuerlicher Duft in der Luft. Die Bediensteten an Bord hatten alle Hände voll zu tun, Kotztüten einzusammeln, den Boden zu wischen und Sitze neu zu beziehen. Überraschenderweise ging es Tania aber während der ganzen Reise gut.

Luxuriös und modern: Ferienhaus bei Sæby

Luxuriös und modern: Ferienhaus bei Sæby

Unser Ferienhaus in Dänemark erwies sich als äußerst komfortabel — Satelliten-TV (so dass wir Werders Pokaldebakel sehen konnten) und WLAN inbegriffen, da haben sich die mitgebrachten Notebooks gelohnt ;-). Es ist erst eineinhalb Jahre alt und dementsprechend modern eingerichtet und gut in Schuss. Zum Strand waren es nur ca. 50 m, aber gebadet hat dennoch niemand.

Wir nutzten natürlich wieder die Gelegenheit, uns verschiedenste Dinge aus Bremen mitbringen zu lassen. So brauchten wir noch ein paar Teile für unser Regalsystem von rs, die in unserem Biersammlungszimmer verbaut werden sollen. Außerdem probierten wir das in diesem Jahr neu erschienene Hemelinger Maibock. Das gute Hemelinger Spezial sowie Haake Beck Maibock durften natürlich auch nicht fehlen!

Ölpest

Die Welt schaut zur Zeit auf den Golf von Mexiko, wo bekanntlich seit geraumer Zeit Öl aus einem undichten Bohrloch austritt. Die Ursache des Unglücks dort liegt in einem unkontrolliertem Gasaustritt, der in einer Explosion mündete.

Gestern konnten wir in den Medien lesen, dass es auch auf Statoils Gullfaks-Plattform in der nördlichen Nordsee zu ähnlichen Problemen kam. Dort hat man zur Zeit Probleme mit den Druckverhältnissen im Bohrloch, so dass theoretisch die Möglichkeit eines unkontrollierten blowouts besteht. Daher sind Donnerstag Abend jene Bohrinselarbeiter evakuiert worden, die dort zur Zeit nicht unbedingt benötigt werden.

Als die Geschichte im Golf von Mexiko seinen Anfang nahm, war man hierzulande noch — vor allem angesichts der Diskussion über die Exploration im Gebiet der Lofoten und in der Arktis — vollmundig bis hochnäsig, nach dem Motto: So etwas passiert bei uns nicht, wir haben schließlich die schärfsten Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen der Welt!

Inzwischen ist aber ein Bericht der norwegischen Erdölaufsichtsbehörde aufgetaucht, der belegt, dass es die Erdölgesellschaften auf dem norwegischen Sockel mit der Sicherheit nicht so genau nehmen. Laut eines Artikels auf Aftenposten online gaben 10 % der in einer Umfrage befragten leitenden Angestellten auf Ölbohrinseln an, dass Operationen ohne risikovermindernde Maßnahmen begonnen werden.

Die Tatsache, dass der Vorfall auf der Gullfaks-Plattform bereits der dritte dieser Art seit Weihnachten 2009 war, und die Umfrageergebnisse vom Petroleumstilsynet lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Ein Unglück wie im Golf von Mexiko kann immer und überall passieren, sogar in Norwegen.

Des Winters langer Atem …

Schrieb ich gestern noch über die Sommerboten, die man nun überall erblicken kann, so kommt heute doch Ernüchterung auf. In einem Artikel im Stavanger Aftenblad ist zu lesen, dass der im vergangenen Winter gestreute Split und Sand teilweise noch bis zum nächsten Winter liegen bleiben wird, da die Räumkapazitäten nicht ausreichen.

Rund 2500 Tonnen Sand und Split wurden im Laufe des Winters auf Straßen und Wege gekippt, gerade einmal 400-500 Tonnen sind bisher geräumt worden; die Räumfahrzeuge schaffen ca. 10-15 Tonnen Sand pro Tag. Hans Gederø, Fahrer eines der zwei Räumfahrzeuge, berichtet: „Bei den heutigen Sandmengen schaffe ich keine höhere Geschwindigkeit als 1,1-1,5 km pro Stunde. Und an vielen Stellen muss ich mehrmals fahren, bis zu sechs mal an derselben Stelle, um den ganzen Sand mitzubekommen.” Gederø und seine Kollegen sind verantwortlich für insgesamt 580 km kommunaler Straßen, plus Fuß- und Radwege.

Sommer!?

In den Beeten: Sommer!

In den Beeten: Sommer!

Na ja, zumindest habe ich heute die Sommerreifen aufgezogen. Es ist zwar morgens immer noch recht frisch, bis so an die knapp über null Grad, dennoch habe ich den Schritt mal gewagt. Dabei sieht es draußen zur Zeit recht sommerlich aus – von morgens um fünf bis abends um zehn knallt hier die Sonne runter, doch mehr als zehn Grad im Schatten werden es nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

Sommerlicher Optimismus herrschte heute auch in unseren (bald hoffentlich) prachtvollen Gartenanlagen: Wir haben kräftig in Botanik investiert und die erstandenen Gewächse heute in Mutter Erde entlassen. Mal sehen, was daraus wird.

Überall Sommer also, sogar in unserem Kühlschrank! In sommerlichem Übermut haben wir uns gestern mit verschiedenen sommerøl – Sommerbieren – eingedeckt. Normalerweise ist sommerøl nicht so unser Fall – schmeckt normalerweise so wie gelbes Wasser. Aber vergangene Woche haben wir das Lervig Sommerøl entdeckt, und jenes schmeckt richtig gut! Da haben wir uns gedacht, geben wir den anderen Marken doch auch noch eine Chance. Aber weder Rogalands Sommerøl von Berentsens Brygghus noch das von Hansa konnten überzeugen. Aber es war einen Versuch wert 😉

Im Keller: Angebraut!

Gut gerührt: Das erste Kellerbier

Gut gerührt: Das erste Kellerbier

Nun aber richtig: Am vergangenen Wochenende haben wir zum ersten Mal in unserem zukünftigen Braukeller ein Bier gebraut. Noch ist die Brauereieinrichtung dort ein wenig provisorisch, aber so entdeckt man auf jeden Fall, was alles noch fehlt und gemacht werden muss. Ganz wichtig: ein Warmwasseranschluss — das spart so manchen Gang nach oben!

Inzwischen gärt das Gebräu im Bad still vor sich hin; in ein paar Tagen wissen wir, wie es geworden ist.

Im Gegensatz zum Keller ist unser Biersammlungszimmer fast fertig. Ich hatte zwar schon vor ein paar Wochen frohlockt, dass es bald bezugsfertig sein würde, aber es waren doch noch einige zeitraubende Kleinigkeiten zu erledigen. Aber nun stehen die ersten Regale, vermutlich werden wir im Laufe der nächsten Tage beginnen, die Biergläser auszupacken, abzuwaschen und aufzustellen.

Alles Asche

Das ist ja mal ‚was! Nun ist Norwegen bei weitem nicht (mehr) das einzige Land in Europa, das unter der Aschewolke aus Island zu leiden hat. Aber die Folgen für das Land scheinen schwerwiegender zu sein als anderswo.

Der Norden Norwegens war als erster Landesteil von der Einstellung des Flugverkehrs betroffen. Besonders ärgerlich dabei: Die Eisenbahn in Norwegen, die man als Reisealternative in Erwägung ziehen könnte, reicht nur bis Bodø. Das ist zwar schon ziemlich weit im Norden, aber bis zum Nordkap sind es von dort aus noch rund 1000 km, die man mit dem Auto in etwa 16 Stunden zurücklegen kann. Bis nach Kirkenes im äußersten Nordosten sind es gar 1300 km oder 17,5 Stunden.

Da rächt es sich, dass das Eisenbahnnetz dünn und hoffnungslos veraltet ist. Hochgeschwindigkeitszüge sucht man natürlich auch vergebens (an diesem Thema wird aber zumindest „gearbeitet”).

Ein anderer Aspekt ist das Gesundheitswesen. In den vergangenen Jahren hat man im Zuge von Kostensenkungsmaßnahmen medizinische Spezialabteilungen aus Provinzkrankenhäusern abgezogen und in den Metropolen konzentriert. Unter dem Begriff „Provinz” fällt hierbei auch die viertgrößte Stadt Norwegens, Stavanger. Im Notfall werden Kranke per Helikopter entweder nach Bergen oder Oslo transportiert — im Moment geht das aber nur im Krankenwagen. Nur zur Orientierung: Meine persönliche Bestzeit für die Strecke Stavanger-Oslo liegt bei 6,5 Stunden. Zur Zeit sind zwei Rettungswagen auf dem Weg von Oslo nach Kirkenes, um die dortigen Rettungskräfte zu verstärken (2000 km/27 Stunden).

Und dann sind da noch die Arbeiter auf den Ölbohrinseln, die normalerweise per Helikopter hin und her transportiert werden — die sitzen bis auf Weiteres fest.

Königens hingegen scheinen die Situation eher zu genießen. Gestern machten sie sich auf den Weg nach Kopenhagen, zur Geburtstagsfeier von Königin Margarethe. Logisch, dass die sich billig Essen und Trinken in Dänemark nicht entgehen lassen! Sowohl Königin Sonja als auch König Harald setzten sich selbst ans Steuer und fuhren jeweils eigenhändig nach Kopenhagen.

Ein denkwürdiger Tag

Männerstolz: Workmate von Black & Decker

Männerstolz: Workmate von Black & Decker

Es gibt Tage im Leben eines Mannes, die erfüllen ihn mit besonderem Stolz. Ich spreche nicht von jenen Tagen, an denen ein Mann einen Sohn gezeugt, einen Baum gepflanzt oder ein Haus gebaut hat, oder im Kreise seiner Kumpels Fotos von seinem Auto, seiner Yacht und seinen Frauen auf den Tisch knallt.

Nein, ich spreche von dem Tag, an dem etwas wirklich Großartiges geschieht. Heute war so ein Tag. Ich habe jetzt eine eigene Workmate von Black & Decker.

Farbgeruch

Frisch gestrichen: Bierzimmer

Frisch gestrichen: Bierzimmer

Seit ein paar Tagen wehen schon fast vergessene Lüfte durch unser Haus: Seit Donnerstag sind wir dabei, die Wände in unserem zukünftigen Biermuseumszimmer zu lackieren; dementsprechend riecht es im Haus. Die Wände sind soweit gestrichen, jetzt sind noch die Leisten dran. Wenn alles läuft wie geplant, können wir das Zimmer wohl schon am Wochenende beziehen.

Ansonsten gibt es zur Zeit nichts Aufregendes zu berichten.

Einmal Winter und zurück

Über Ostern waren wir von unseren Freunden Merethe und Audun aus Oslo eingeladen, die freien Tage mit ihnen zusammen in deren Hütte auf der Hardangervidda zu verbringen.

Hardangervidda: Schnee satt

Hardangervidda: Schnee satt

Die Hütte liegt an der Ostseite der Hardangervidda, etwa 50 km südlich von Geilo. Dadurch hatten wir eine etwas längere Anfahrt zu bewerkstelligen — für die rund 400 km brauchten wir norwegentypische sieben Stunden. Die Hütte liegt auf ca. 1100 m Höhe, so dass dort natürlich noch tiefwinterliche Bedingungen herrschten, zumindest was die Schneeverhältnisse anbelangt — dementsprechend hatten wir unsere Langlaufskier dabei.

Wir sind zwar nicht viel auf Skiern unterwegs gewesen, aber man muss schon sagen, dass wir bergab und in Kurven (oder wenn fieserweise beides zusammenfällt) schon unsere Schwierigkeiten haben, uns auf den Beinen zu halten. Oftmals haben wir die Skier lieber abgeschnallt, unter den Arm genommen und sind zu Fuß weitergegangen. Glücklicherweise ist die fünfjährige Tochter von Merethe und Audun auch noch nicht so ganz sicher auf den Brettern … Aber zu unserem Lieblingselement werden Schnee und Eis wohl nicht mehr werden.

Würstchengaren am Lagerfeuer

Würstchengaren am Lagerfeuer

Merethe und Audun haben uns das volle Osterprogramm geboten, mit Skitour, Würstchengrillen überm Lagerfeuer und abendlichem hyttekos mit gutem Essen, Wein und Bier.

Am Ostersonntag machten wir uns auf den Rückweg nach Stavanger. Es sollte eine etwas längere Reise werden, als ursprünglich geplant. Nach rund zwei Stunden Fahrt ging nämlich erst einmal nichts mehr — die Straße über die Hardangervidda, der Riksvei 7, war für den normalen Durchgangsverkehr gesperrt. Kolonnekjøring wurde auf den Verkehrsschildern angezeigt. Verkehrshinweise im Radio gaben dann die Gewissheit: Wir mussten sechs Stunden warten, ehe es weiter gehen sollte.

Nach kurzer Überlegung beschlossen wir, die Hardangervidda südlich zu umfahren. Das bedeutete, dass wir zunächst zum Ausgangspunkt unserer Rückreise mussten, dann weiter über Kongsberg auf die E134, die uns rüber zur Westküste führen sollte. Dabei mussten wir zwar über das prinzipiell ebenfalls von Kolonnekjøring bedrohte Haukelifjell, doch dort war der Weg frei, wenn auch teilweise schweineglatt.

Letzten Endes waren wir nachts um 0.15 Uhr zu Hause — 12 Stunden Schaukelei über 700 km norwegischer Landstraßen lagen hinter uns, und so fühlten wir uns auch 🙂 (hier gibt’s die Karte dazu).

Vergänglicher Ruhm

Wer kennt das nicht — die Zeitung vom Morgen wird ehrfurchtsvoll vom Briefkasten zum Frühstückstisch getragen, und sodann werden die Neuigkeiten eifrig verschlungen.

Doch schon einen halben Taq später ist eben jene Zeitung kaum noch das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurde — so vergänglich ist gerade dieses alte Medium.

Ähnliches gilt auch für die populäre Musik. Eben noch ein Gassenhauer, alsbald verkommen zum Straßenkehrer: Der noch vor knapp einem Jahr hoch gefeierte Alexander Rybak, der mit seinem Eurovision-Song-Contest-Erfolg „Fairytale” europaweit Chartlisten stürmte, Konzerthallen füllte und Mädchenherzen eroberte, taugt hierzulande nur noch als Rausschmeißermusik. So haben wir es gerade erleben müssen im Nåløyet — aber: Alle rauszuschmeißenden Gäste konnten den Text noch …

Für alle, wo nicht wissen, wo’s drum geht: