War’s das für’s Erste?

Man mag es ja kaum aussprechen, aber Vieles deutet darauf hin, dass das Schlimmste in der andauernden Pandemie überstanden ist. Wie in Deutschland geht die Anzahl der Neuinfektionen auch in Norwegen runter – der Siebentagesinzidenzwert in ganz Norwegen liegt nun unter 25. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Geimpften.

In Stavanger liegt der Inzidenzwert momentan etwas über dem Landesschnitt, was wir den immer noch feiernden Abiturienten verdanken. Traditionell sind die ab Ende April am Feiern und fahren häufig mit aufwändig um- und ausgebauten Bussen durch die Gegend (mehr dazu gibt es hier zu lesen). In diesem Jahr begann die Feiersaison etwas später und natürlich unter Auflagen, die sich offensichtlich nicht immer einhalten ließen. Vor einer Woche gab es einen kleineren Corona-Ausbruch unter den Abiturienten mit der Folge, dass wir in Stavanger wieder leicht ansteigende Infektionszahlen haben. Die Schulabgänger haben nun bis auf Weiteres rulleforbud, dürfen also nicht mehr mit ihren Fahrzeugen „rollen“, womit sich die Partysaison für dieses Jahr erledigt haben dürfte.

Wir „rollten“ am vergangenen Wochenende mit dem Zug nach Bryne, einer Kleinstadt 30 km südlich von Stavanger, um den dortigen Brewpub Brix zu besuchen und die aktuellen Biere zu probieren. Der Brauer vor Ort kommt aus Deutschland, und wir hatten die Gelegenheit, mit ihm über seine (und andere) Biere zu fachsimpeln. Corona-bedingt verläuft das Bestellen und Bezahlen in norwegischen Pubs und Restaurants überall über Smartphoneapps. Mein Portemonnaie hatte ich gar nicht dabei – das Handy reicht ja. Etwas überrascht war ich dann, als ich Mittwoch eine E-Mail vom Brix bekam, wo ich gefragt wurde, ob es sein könne, dass wir unser Essen nicht bezahlt hätten! Da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Das Bestellen des Essens erfolgte noch auf die analoge, „altmodische“ Art, bei einem Kellner am Tisch, und wir hatten tatsächlich vergessen, dafür zu bezahlen. Wir haben uns schon so daran gewöhnt, mit dem Handy zu bestellen und zu bezahlen, dass wir nicht eine Sekunde daran gedacht hatten, dass da noch eine Rechnung offen war. Na ja, dank Bezahlapp war das Malheur schnell behoben.

Inzwischen ist in norwegischen Kneipen und Restaurants die Essenspflicht aufgehoben, d.h. man kann jetzt wieder ganz entspannt ins Cardinal gehen und in Ruhe ein paar Biere trinken. Zur Zeit der Essenspflicht hielt man sich möglichst lange mit dem Essen auf, während man sich gleichzeitig schnell die Biere reinballerte. War das Essen verzehrt, durfte man noch austrinken und musste dann raus – schön war das nicht, gemütlich geht irgendwie anders.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im Herbst wird unser Haus renoviert. Es stehen an: ein neues Dach samt 10 cm Isolierung, neue Fenster im alten Stil, alle Außenwände isolieren und mit neuer Verkleidung versehen. Mit dem Dachdecker sind wir uns soweit einig und ein Vertrag wurde ausgearbeitet, und wir hoffen, dass wir nächste Woche das Gleiche für die Fenster und Wände mit einer Baufirma erreicht haben. Die Baubranche boomt in Norwegen – es war nicht leicht, geeignete Firmen zu finden, die Kapazität haben, für uns zu arbeiten. Dumm nur, dass die Holzpreise so unglaublich hoch sind zur Zeit…

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