Wieder ’ne Ballade

Gestern Abend wurde der norwegische Beitrag für den Eurovision Song Contest ermittelt. Der norwegische Fernsehsender nrk hat dabei keine Kosten und Mühen gescheut, eine angemessene Show auf die Beine zu stellen. Im Gegensatz zu den Vorjahren, wo aus mehrere Vorrunden die Finalteilnehmer ermittelt wurden, gab es in diesem Jahr zwar nur eine Veranstaltung; die hatte es aber in sich.

Schließlich sind in diesem Jahr mehrere Jubiläen zu feiern: den ESC gibt es seit nun mehr sechzig Jahren, vor dreißig Jahren gewann Norwegen zum ersten Mal das ESC-Finale (Bobbysocks, La det svinge) und vor zwanzig Jahren zum zweiten Mal (Secret Garden, Nocturne). Traditionsgemäß wurde daher gestern Abend die Musik live vom norwegischen Rundfunkorchester beigesteuert. Und auch Ralph Siegel hat durch die gestrige Sendung wieder ein paar Euro mehr auf seinem Tantiemenkonto: Alle Artisten sowie die Moderatoren der Sendung führten gemeinsam, auf Deutsch singend, den Titel Dschinghis Khan aus dem Jahr 1979 auf — dieser Titel hat offenbar bleibenden Erinnerungen hervorgerufen: Laut der norwegischen „ESC-Trainerin” hat dieser Titel „alles”,was ein guter ESC-Song braucht: Tanz, Kostüme, und einen phantastisch schmissigen Refrain!

Musikalisch bot der Abend wieder allerlei unterschiedliche Kost, wobei vieles absolut nichtssagend und langweilig war. Darunter waren auch Nummern, die an längst vergangene Zeiten erinnerten. Vor gut dreißig oder vierzig Jahren hätten Titel wie All over the world von Tor & Bettan (übrigens eine „Bobbysocke”) oder Heaven von Contrazt wohl eine Chance gehabt.

Die Jungs von Staysman & Lazz hatten offensichtlich die Dschinghis-Khan-Lektion verinnerlicht und in ihrem Lied En godt stekt pizza (Eine gut gebackene Pizza) Tanz, Kostüme und schmissigen Refrain aufgeboten:

Für den Sieg hat das aber nicht gereicht. In einem spannenden Finale setzte sich am Ende das Duo Mørland & Debrah Scarlett mit ihrer Ballade A Monster Like Me durch. Somit schickt Norwegen auch in diesem Jahr ein ruhigen Titel zum ESC-Finale.

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