Bierporno

In Norwegen herrscht eine strengere Alkoholgesetzgebung als in Deutschland. So gibt es zum Beispiel seit 1975 ein Verbot für jegliche Form von Werbung für alkoholische Getränke, und über die Einhaltung dieses Verbotes wacht das norwegische Gesundheitsamt. Allerdings treibt dieses Verbot zuweilen seltsame Blüten.

Obszön: Nackte Biergläser

Obszön: Nackte Biergläser (Foto: Bryggeriforeningen)

Den norwegischen Brauereien ist es beispielsweise untersagt, auf ihren Internetseiten über ihre Produkte zu informieren, da dies bereits unter das Reklameverbot fällt. Kurioserweise darf auch über alkoholfreies Bier nicht informiert werden. Bekanntlich gibt es im Internet keine Grenzen, „Produktinformationen” ausländischer Brauereien sind nur ein paar Mausklicks entfernt. Die heimischen Brauereien beklagen daher eine gewisse Wettbewerbsverzerrung.

Andersherum gibt es in den Tageszeitungen regelmäßige Biertests. Kaum ein Blatt, das nicht im November das beste Weihnachtsbier kürt. Ähnliche Tests gibt es im Frühjahr und im Sommer, wenn es um Påskeøl (Osterbier) und Sommerøl geht. Die Brauereien wiederum dürfen nicht einmal auf ihren Webseiten auf entsprechende Biertests in den Onlinezeitungen verlinken — verbotene Alkoholreklame. Auch die staatlichen Monopolläden für Alkohol, in denen alle Getränke, die mehr als 4,75 % Alkohol enthalten, verkauft werden müssen, sparen nicht an ausführlichen Produktinformationen, wie z.B. über Aass Bock. Da fragt man sich wirklich, warum die Brauereien diese Informationen nicht anbieten dürfen.

Gesetzeskonform: Produktinformation bei drikkeglede.no

Gesetzeskonform: Produktinformation bei drikkeglede.no (Foto: Bryggeriforeningen)

Vergangene Woche traf es drikkeglede.no, die Website der norwegischen Brauerei- und Getränkehersteller. Dort wird u.a. darüber informiert, welches Bier zu welchem Essen passt. Die Webseiten sind illustriert mit Abbildungen gefüllter Biergläser.

Damit ist nun Schluss. „Gefüllte Biergläser” = verbotene Alkoholreklame. Entsprechende Abbildungen waren unter Androhung eines Tagessatzes von 25.000 Kronen umgehend von den Webseiten zu entfernen. Drikkeglede.no hat nun alle Abbildungen von Biergläsern mit einem schwarzen Balken versehen — hier &#8222Pornobalken” genannt, weil in norwegischen Pornos bis vor wenigen Jahren die Geschlechtsteile mit schwarzen Balken verdeckt werden mussten.

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