Zurück aus Dänemark

Seit zwei Tagen sind wir wieder in Stavanger, zurück von unserer Radtour in Dänemark. In diesem Jahr haben wir mit Tandem und Zelt einen Großteil des Limfjords umradelt (den Teil, den wir ausgelassen haben, kannten wir schon von unserer Tour von vor zwei Jahren).

Unser nächstes Auto: Mit außen angebrachten Zapfhähnen

Unser nächstes Auto: Mit außen angebrachten Zapfhähnen

Am 2. Juli ging es abends los zum 16 km entfernten Fähranleger Risavika, von wo aus wir mit der geliebten MS Bergensfjord nach Hirtshals in Dänemark starteten. Am nächsten Tag ging es von dort aus bei gutem Wetter zunächst nach Løkken, wo wir wieder das örtliche Brauhaus besuchten. Auch in diesem Jahr schmeckte das Bier dort gar nicht mal so gut. Unsere nächste Station hieß Attrup, ein kleines Kaff am Limfjord, aber mit gutem Campingplatz. Von dort aus ging es weiter nach Aalborg, für uns schon ein Höhepunkt der Radtour, denn dort findet sich der Braugasthof Søgaards. Da die Bierkarte dort sehr umfangreich ist, brauchten wir zwei Tage, um uns durch selbige zu trinken. Überraschenderweise trafen wir bei Søgaards auf eine Gruppe Radfahrer von den Danske Ølentusiaster, die in Jütland ein Radrennen der besonderen Art, nämlich von Brauhaus zu Brauhaus, unternahmen: Tour de Bière 2012. Unter ihnen ein bekanntes Gesicht: Odd Rune, den wir aus dem Cardinal kennen. Somit kamen wir gleich noch in den Genuss einer Brauereiführung.

Während wir bisher sehr gutes Wetter hatten, wurde es am zweiten Tag in Aalborg schlechter. Es regnete den ganzen Tag. Auch mein Handy wurde wohl nass, jedenfalls läuft es seitdem nicht mehr.

Geschafft: Draußen regnet's, wir sitzen im Trockenen in einer Hafenspelunke

Geschafft: Draußen regnet’s, wir sitzen im Trockenen in einer Hafenspelunke

Am nächsten Tag war es wieder trocken, obgleich während unserer Tour nach Løgstør die Wolken tief am Himmel hingen und es so aussah, als würde es jederzeit wieder beginnen zu regnen. Doch je weiter wir nach Westen kamen, umso besser wurde das Wetter; abends schien wieder die Sonne. Am nächsten Tag ging es auf die Insel Fur, angeblich die schönste Insel Dänemarks. Das Wetter war fast schon zu gut — die Sonne schien den ganzen Tag und es wehte kaum Wind. Auf Fur gibt es nicht nur ein Brauhaus, das ordentliches Bier braut, sondern auch ein kleines bisschen Geologie. An verschiedenen Stellen ist dort der für die Gegend typische Moler aufgeschlossen, ein Sedimentgestein bestehend aus Diatomeenresten und Ton. Eingelagert sind Lagen vulkanischer Asche. Durch Gletscherbewegungen während der letzten Eiszeit ist das Gestein verformt und gefaltet worden.

Da Fur so wunderwunderschön ist, blieben wir gleich zwei Nächte dort. Das war auch gut so. Am zweiten Tag erkundeten wir die Insel ein wenig, und dabei riss an unserem Tandem der Schaltzug. Der Schaden konnte aber schnell behoben werden, und zwar so schnell, dass wir es vor dem herannahenden Unwetter schafften, in einer Hafenkneipe unterzukommen :-)!

Am nächsten Tag fuhren wir von Fur aus bei kräftigem Südwestwind über Nykøbing/Mors an die Nordspitze der Insel Mors, Feggesund, wo es einen Kro gibt, dem wir einen Besuch abstatteten. Die Spezialität dort: Gebratener Aal. Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz von Sejerslev. Von dort aus ging es am nächsten Tag weiter an der Westküste Mors‘ entlang bis nach Nees, wo wir die Fähre nach Thy nahmen. Unterwegs waren einige Höhenmeter zu bewältigen, so dass wir sogar den Berggang einlegen mussten. Nach einer Mittagspause in Hurup begann es stark zu regnen; nun ging es in Regenzeug weiter. Wir fuhren bis Vilsund, einem ganz kleinen Ort, wo es noch nicht einmal einen Supermarkt gibt. Zum Glück für uns gibt es aber einen tiptop Campingplatz, wo wir unter einem großen Vordach unsere nassen Klamotten trocknen konnten. Nachts kamen weitere Regenschauer, aber im Zelt blieb alles trocken.

Kompilierte Karte, bestehend aus den GPS-Aufzeichnungen von Tanias Handy

Kompilierte Karte, bestehend aus den GPS-Aufzeichnungen von Tanias Handy

Am nächsten Tag fuhren wir über Thisted ins schöne Øsløs. Unterwegs kehrten wir in den Kro von Østerild ein und bestellten uns dort Mittagstisch. Wir hätten es lieber bei smørrebrød belassen sollen, denn die Portionen waren so reichhaltig, dass wir sie nicht bewältigen konnten. Mein Burger hatte 200 g, Tanias Schnitzel war so groß wie der halbe Teller, dazu gab es reichhaltige Beilagen, und bezahlt haben wir fast nichts. Nun gut, wir mussten für den Rest des Tages nichts mehr essen.

Der Campingplatz von Øsløs ist eine Erwähnung wert, weil er wohl der schlechteste Platz war, den wir hatten. Von der Anlage her war der Platz in Ordnung, aber die sanitären Einrichtungen waren alt, schmuddelig, in schlechtem Zustand. Hinzu kommt, dass an fast jeder Wand „Empfehlungen” für die Benutzung derselben klebten. Auf dem Damenklo war der Hinweis zu lesen, dass drei Blatt Papier für das kleine Geschäft ausreichen würden; im Aufenthaltsraum wuchsen grüne Algen an der Wand, wohlgemerkt innen…

Platz mit toller Aussicht, aber vielen Zecken: Hirtshals

Platz mit toller Aussicht, aber vielen Zecken: Hirtshals

Schnell weg, hieß es also für uns am nächsten Tag. Der Limfjord war soweit umrundet, aber wir hatten noch eine gute Woche Zeit, bis unsere Fähre zurück nach Stavanger gehen sollte. Uns zog es zurück an die Nordsee, auf den Platz Tranum Klit. Nach der Pleite auf dem letzten Platz hatten wir uns aus dem Campingplatzverzeichnis extra einen guten Platz ausgesucht. Wir wurden nicht enttäuscht, der Platz war wirklich super. Leider war das Wetter nicht so gut, aber der Platz verfügte über einen gemütlichen Aufenthaltsraum, so dass wir nicht nur im Zelt hocken mussten.

Nach drei Nächten in Tranum fuhren wir bei wieder besserem Wetter nach Hjørring, wo wir den örtlichen Braugasthof besuchten. Die letzte Etappe unserer Tour führte uns zurück nach Hirtshals, wo wir drei Nächte blieben. Dort kennen wir jetzt jeden Stein…

Am Ende standen 770 km auf unserem Tacho, bis auf den gerissenen Schaltzug pannenfrei bei Mensch und Material.

 

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