Renovieren … oder: Brauen bei den Profis

Seit Sonntag sind wir mehr oder weniger engagiert dabei, unser Treppenhaus zu renovieren: Die Treppe zum Dachboden war bisher mit PVC gepflastert; der Belag ist inzwischen entfernt, nun müssen noch Kleberreste entfernt werden und die Stufen lackiert werden. Ansonsten sollen alle Wände gestrichen werden.

Doch schon am Sonntag legten wir eine kleine Pause ein — das Wetter war super, daher zogen wir es vor, in der Sonne Bier zu trinken, anstatt drinnen Staub zu schlucken!

Gestern waren wir viel in Baumärkten unterwegs, um fehlende Materialien zu beschaffen. Abends ging es zum Heimbrauer- und Bierenthusiastentreff ins Cardinal. Die Teilnehmerzahl gestern Abend schlug alle Rekorde — die gesamte 2. Etage war belegt, schätzungsweise 100 Teilnehmer waren dabei! Wir hatten uns überlegt, für diesen Abend unser Meisterschaftsbier mitzunehmen, also das Bier, mit dem wir bei der norwegischen Heimbraumeisterschaft teilgenommen hatten. Insgesamt neun Liter hatten wir dabei, so konnte jeder eine Geschmacksprobe bekommen.

Heimbraukollege Olav fragte uns gestern Abend, ob wir Lust hätten, heute mit ihm zusammen ein Bier bei Lervig, der lokalen („richtigen”) Brauerei in Stavanger, zu brauen. Lust hatten wir natürlich schon, aber wir wollten doch unsere Treppe schleifen, so wurde also nichts daraus. Noch am gleichen Abend entschieden wir uns um und sagten selbstverständlich zu!

So radelten wir heute morgen die wenigen Kilometer in den Stadtteil Hillevåg zu Lervig. Als wir ankamen, waren Olav und Mitbrauer Frode sowie Brauer Charles Magne von Lervig schon dabei, das Wasser für das Einmaischen zu erwärmen. Gebraut wurde auf der Testbrauerei von Lervig, die eine Kapazität von 800 Litern hat — das ist schon ’ne andere Hausnummer, als die 50 Liter unserer Kellerbrauerei.

Das Bier, das heute gebraut wurde, wird Anfang Juni während der Jærdager in Bryne ausgeschenkt werden, einem Ort ca. 30 km südlich von Stavanger (im letzten Jahr haben wir dort schaugebraut), und es ist ein spezielles Bier: Olav ist bekannt dafür, (nicht nur für deutsche Biertrinker) ungewöhnliche Zutaten zu verwenden. Neben den üblichen Verdächtigen Wasser, Malz und Hopfen fanden u.a. Birkenblätter, Holunderblüten und Schafgarbe den Weg in den Sud. Aber: Wir haben ein vergleichbares Bier bereits getrunken, es schmeckt „anders”, aber sehr gut und reich an Aromen.

Wir haben dabei natürlich nur Handlangerarbeiten ausgeführt, wie Malzsäcke schleppen, Birkenblätter zupfen und den heiligen Brauereiboden wischen. Das Bedienen der Brauerei war logischerweise dem Brauer von Lervig vorbehalten.

Nachmittags gegen drei war das Brauen beendet. Wir haben den sonnigen Tag mit einigen Selbstgebrauten auf der Terrasse ausklingen lassen. Vielleicht ist ja morgen Gelegenheit, mal die Treppenstufen zu schleifen…

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