Wohnmobilisten

Lange schon hatten wir mit dem Gedanken gespielt, uns ein Wohnmobil anzuschaffen, haben aber immer wieder dagegen argumentiert: Ein teures Auto, das man nur wenig nutzt, dekadent/degeneriert, außerdem zelten wir ja gern.

Aber die Vorteile sind einfach nicht von der Hand zu weisen: Das Wohnmobil steht fix und fertig, klar zur Abreise, vor der Tür – nur die nötigsten Dinge, wie Zahnbürste und frisches Bier, müssen noch ins Auto, und schon kann es losgehen. Abgesehen davon ist man wetterunabhängig – Zelten im schlechten Wetter macht auf Dauer nur bedingt Spaß – und die Campingsaison lässt sich zumindest in den Frühling und Herbst ausdehnen.

Daher haben wir seit Herbst 2025 den Markt sondiert und uns überlegt, welche Art Wohnmobil für uns in Frage käme. Am Ende war für uns klar, dass es auf ein Wohnmobil auf Kastenwagenbasis hinauslaufen würde, also kein teil- oder vollintegriertes Modell. Außerdem sollte es möglichst kurz sein, damit wir auch in Städten gut damit zurecht kommen, auch weil wir mit dem Gedanken spielen, unseren PKW abzuschaffen. Nice to have wären ansonsten Solarzellen auf dem Dach, eine Gasheizung, sowie die Möglichkeit, unser Tandem im Auto zu transportieren. Ein Neuwagen kam für uns nicht in Frage – als WoMo-Anfänger wollten wir lieber zu Beginn nicht ganz so viel Geld investieren.

Aufgrund unserer Anforderungen war die Menge der verfügbaren Wohnmobile in Norwegen recht eingeschränkt. Im März tauchte dann aber eine Annonce eines Wohnmobilhändlers in Råde auf, der ein Modell nach unserem Geschmack feilbot. Råde liegt im Südosten Norwegens, rund 17 km nördlich von Fredrikstad. Kurzerhand entschlossen wir uns, das Auto zu besichtigen. An einem Donnerstag vor Ostern fuhren wir in Stavanger los Richtung Osten. Der schnellste Weg führt dabei über die Südspitze Norwegens. Nach ein paar Stunden Autofahrt machten wir Halt in Arendal, wo wir auch übernachteten. Am nächsten Tag ging es weiter nach Råde, wo wir Besichtigung und Probefahrt verabredet hatten.

Blick auf den Hafen von Arendal ion Südnorwegen in der Abendämmerung
Arendal Ende März

Der Wagen machte einen guten Eindruck, und wir fackelten nicht lange und kauften ihn, nachdem wir den Preis noch um 30.000 Kronen herunterhandeln konnten. Wir bestellten noch einen Fahrradträger, und der Händler wollte noch einen Service durchführen, so dass die Übernahme für die Zeit nach Ostern vereinbart wurde.

Wo wir schon einmal dort waren, fuhren wir nach unserem Besichtigungstermin weiter nach Strömstad in Schweden, um billig einzukaufen und im Hotel zu übernachten. Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Stavanger.

In der Woche nach Ostern kam dann die Nachricht, dass das Wohnmobil fertig sei, und wir es abholen könnten. Die Wochenenden im April und Mai waren bei uns ziemlich ausgebucht, das einzig freie Wochenende war das nach Ostern. Daher buchten wir kurzerhand einen Flug nach Oslo und eine Zugreise nach Råde. Beim Händler bekamen wir eine kurze Einführung, und dann konnte es losgehen.

Nun gehört es uns: Auf der Fähre Moss-Horten über den Oslofjord

Zunächst ging es erst einmal wieder nach Schweden, des billigen Einkaufs wegen. Danach machten wir uns auf die Rückreise nach Stavanger. Unterwegs mussten wir noch einmal im Hotel übernachten – im Auto ging es nicht, denn auf dem Bett lagen die Winterreifen.

Nun sind wir also stolze Besitzer eines Wohnmobils, und zur Zeit sind wir unterwegs auf Reise Nr. 2. Kurze Berichte unserer Touren können Interessierte auf der ZBiS Wohnmobilseite nachlesen.

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