Na, das war ja mal wieder was! Der Eurovision Song Contest lief zwar schon vor einer Woche, dennoch wollen wir als treue Zuschauer der größten Unterhaltungsshow der Welt noch unseren Senf zu diesem Thema hinzugeben.
Im Großen und Ganzen verlief der ESC in diesem Jahr ziemlich enttäuschend — es gab ja eigentlich niemanden, der so gar nicht singen konnte. Ein wenig langweilig war’s, weil fast alle Teilnehmer irgendwie im gleichen Musikbrei herumrührten. Im Finale gab es nur noch wenige Titel, die aus diesem Einerlei herausragten. Für uns waren das
- Frankreich: Sonst gibt es von dort meist etwas Schwülstiges — in diesem Jahr unfranzösisch rockig, aber dennoch nur Platz 23, noch vier Punkte weniger als Deutschland
- Armenien: Cooler Hard Rock — mein persönlicher Favorit, aber ist eben nicht massenkompatibel. Trotzdem mehr als doppelt soviel Punkte wie Deutschland
- Rumänien: Jau, endlich mal was Schrilles! Der Opernsänger Cezar ist vermutlich auch nicht gerade massenkompatibel, kam aber immerhin auf Platz 13. Besseres Songmaterial hätte ihn wohl noch weiter nach oben gespült
- Ungarn: Tanias Favorit, für mich im ersten Moment etwas langweilig, aber nach mehrmaligem Hören gar nicht so schlecht. Am Ende 10. Platz, Hut ab!
- Griechenland: Ich hatte eigentlich mit einer düsteren, depressiven Ballade gerechnet, statt dessen traten die Griechen mit einem flotten Liedchen mit dem für norwegische Verhältnis provokanten Titel Alcohol is free an, in dem es — weniger lustig — um die politischen Verhältnisse in Griechenland geht. Zum Glück nur Platz 6, man stelle sich vor, das arme Griechenland hätte gewonnen und hätte 2014 den ESC ausrichten müssen!
Für Deutschland lief es ja nicht so gut. Manche vermuten ja schon eine antideutsche Verschwörung, wir denken eher, der Titel war einfach nicht gut genug. Egal, Schwamm drüber!
So richtig großes ESC-Kino bot in diesem Jahr Georgien mit einer Ballade, die alles hatte, was man am ESC doch sooo liebt: Schöne Menschen in schönen Gewändern, eine nebelbedeckte Bühne, einzigartige, noch nie dagewesene und in dieser Form noch niemals nicht aufgeführte Choreographie, Nebelfontänen und sogar Feuerregen! Und dann schmiegt sich Sängerin Sophie Gelovani in ihres Sangespartners Arm und hebt dabei das Bein fast so wie ein Köter an der Laterne und dann und dann und dann geht auch noch die Windmaschine an! WOW! Und während des gesamten Liedes betonen sie das Wort waterfall so, dass es sich irgendwie wie butterfly anhört! Am Ende aber nur Platz 15, trotz all dieser Finessen. Puh, hier ist noch mal das Video zum Zurücklehnen und Genießen: