Schuhlose Zeiten

Im Moment sind wir viel auf Socken unterwegs, denn bei Hausbesichtigungen zieht man in Norwegen am Eingang die Schuhe aus. Tja, da haben wir in den letzten Tagen drei Häuser besichtigt, aber zum Bieten auf ein Haus konnten wir uns noch nicht durchringen.

Nr. 1 liegt nicht sehr weit von City oder Uni entfernt, aber zwischen einer recht stark befahrenen Straße und einer Schule. Die Lage wäre für uns nicht das Schlimmste, aber es muss auch noch recht viel gemacht werden. Zwei neue Bäder, neue Elektrik, Parkett abschleifen, Dach isolieren, irgendwann neue Küche, von überall Tapezieren und diverse geklebte Teppiche entfernen ganz zu schweigen. Arnold war wirklich in Versuchung, aber da ich seit bald drei Jahren unter eher provisorischen Verhältnissen lebe, habe ich wirklich keine Lust auf monate- bis jahrelange Baustelle.

Nr. 2 ist in Eiganes, also DEM Topstadtteil Stavangers. Das Haus ist ziemlich groß, aber wir haben noch nicht mal das gesamte Haus besichtigt. Dieses Haus wäre eine komplette Baustelle; wenn es nicht denkmalgeschützt wäre, sollte man es abreißen.

Nr. 3 ist ein wirklich perfektes Haus. Erst zehn Jahre alt, Größe, Schnitt, (Brau-)Keller, Garage, sogar die Preisklasse stimmt. Es sind sogar schon Datenkabel im ganzen Haus verlegt — Arnold hat sich mit leuchtenden Augen sein komplett vernetztes Eigenheim vorgestellt … Nicht mal im Traum haben wir an ein so perfektes Haus gedacht. Nachteil ist die Lage, bzw. die Entfernung zur Arbeit. Es sind mehr als zehn Kilometer (inklusive mehrerer fieser Hügel) und bei den Witterungsverhältnissen hier in der Gegend kann ich mir so eine lange Radtour zum Job beim besten Willen nicht vorstellen. Bekanntermaßen ist ÖPNV in Stavanger keine Alternative; sogar wenn die Busse nach Plan führen, benötigte man etwa eine Stunde für die Strecke. Wirklich schade, aber wir werden wohl auf dieses Haus verzichten!

Nr. 4 haben wir noch nicht besichtigt. Dieses Haus ist nicht weit von der Uni entfernt, und scheint trotz seines Alters gut in Schuss und auch ordentlich renoviert zu sein. Leider ist es bereits jetzt an der oberen Grenze, die wir uns finanziell gesetzt haben. Und mit allen Kaufgebühren und potenziellem gegenseitigem Hochbieten mit anderen Kaufinteressenten wird es finanziell recht eng. Da müssten wir den Gürtel schon sehr eng schnallen …

Ansonsten schraubt Arnold mir gerade einen neuen Rechner zusammen. Es wird eine wirklich richtig gute Maschine … endlich bekomme ich auch einen vollwertigen Ubuntu-Rechner!

1 Kommentar:

  1. Kleiner Nachtrag: Nach einer Nacht unruhigen Herumwälzens habe ich mich dazu durchgerungen, doch das Haus Nr. 3 zu favorisieren. Ein derartiges Haus finden wir so bald nicht wieder …

    Wir werden heute bieten, also können wir euch schon in 1-2 Tagen mitteilen, ob wir in ein paar Monaten in der nördlichsten Ecke Stavangers leben werden.

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